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Alfred Kärcher

Alfred Kaercher

Der Erfinder Alfred Kärcher – Ein schwäbisches Genie

Alfred Kärcher hatte einen ausgeprägten Familiensinn, lebte sparsam und bescheiden. Er war getrieben vom Erfindergeist und technikbegeistert.

Ein ehemaliger Mitarbeiter sieht ihn aus der Rückschau so: „Wenn Alfred Kärcher in seinem Element war, wenn es um Versuche ging, dann war Highlife. Der Mann war nicht zu bremsen, er hatte laufend neue Ideen.“

Erfinderdrang in Verbindung mit technischem Genie prägten Alfred Kärcher in einer Weise, wie es selten der Fall ist. Sie waren zugleich das Fundament für seine erfolgreiche Arbeit als Unternehmer.


1901-1923

Alfred Kärcher kommt am 27. März 1901 als drittes von vier Kindern im schwäbischen Cannstatt zur Welt. Der einzige Sohn von Johanna und Emil Kärcher begeistert sich früh für Technik. Er besucht ein naturwissenschaftlich ausgerichtetes Reformrealgymnasium und studiert an der renommierten Technischen Hochschule Stuttgart Maschinenbau und Elektrotechnik.


1924-1934

Nach Abschluss seines Studiums im Jahr 1924 arbeitet der 23-jährige Alfred Kärcher im väterlichen Betrieb mit. Dort plant und vertreibt er unter anderem Großkoch-, Wäscherei- und Wassergewinnungsanlagen. Doch bald beginnt er, selbst Maschinen und Anlagen zu entwickeln: Seine elektrischen Tauchheizkörper und Tiegelöfen zum Erhitzen von Fetten, Ölen und Teer für den industriellen Einsatz werden schnell zu den wichtigsten Umsatzträgern des kleinen Unternehmens. Der Durchbruch gelingt ihm mit einer elektrischen Innenheizung für Salzbadöfen zum Anlassen von Leichtmetallen. Die Salzschmelzbäder mit dem energiesparenden und besonders sicheren Heizsystem „Bauart Kärcher“ gehen vor allem an die stark wachsende Luftfahrtindustrie; bis 1945 werden über 1.200 Stück verkauft. Dank seines guten Rufs in der Branche beauftragt ihn 1934 die Lufthansa, ein Gerät zum Anwärmen von Motoren zu entwickeln.


1935-1939

1935 gründet Alfred Kärcher in Stuttgart-Bad Cannstatt ein eigenes Unternehmen, an dem sich sein Vater mit einer Einlage beteiligt: In der „Alfred Kärcher Kommanditgesellschaft“ entwickelt er gemeinsam mit dem erfahrenen Konstrukteur Albert Mössner neuartige, benzinbetriebene Heißluftbläser zum Anwärmen von Flugzeugmotoren. Das Modell MOWÄB A geht 1935 in die Serienproduktion, bereits 1936 kommt der Nachfolger MOWÄB B auf den Markt. Die Baureihe ist ein großer Erfolg: In kurzer Zeit bestellt das Reichsluftfahrtministerium 120 Stück. Kärcher erkennt das Potenzial der Heißluftgeräte: Daher verkauft er 1936 seine Salzbadofen-Patente an die Siebert GmbH in Hanau, eine Tochter der Degussa. Der Verkaufserlös ermöglicht Alfred Kärcher, 1937 ein leerstehendes Fabrikgelände in Winnenden zu erwerben. In den beiden folgenden Jahren baut er es für seine Zwecke um.


1939-1945

Am 1. Juni 1939 zieht er mit 120 Mitarbeitern in das neue Werk in Winnenden. Umgeben von einem großen Garten, wohnt der Unternehmer auf dem Betriebsgelände. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wird die Firma zunehmend in die Rüstungswirtschaft eingebunden und produziert nun für die Luftwaffe unter anderem Kabinenheizgeräte sowie Apparate zur Enteisung von Tragflächen und Leitwerken. In Winnenden entstehen auch Verneblerdüsen für Mercedes-Benz-Motoren und zum Anwärmen von Kleinmotoren mobile Heizgeräte. Je nach Modell findet dabei ein sogenannter Stoßbrenner Verwendung.


1945-1950

Nach dem Krieg wird das Unternehmen für kurze Zeit unter treuhänderische Verwaltung gestellt. Alfred Kärcher spielt mit dem Gedanken, die Firma zu verkaufen, nimmt dann jedoch mit 40 Mitarbeitern die Produktion von Gütern für den dringenden Bedarf der Nachkriegsjahre auf: anfangs Öfen und Handwagen für die notleidende Bevölkerung, später für den Wiederaufbau der zerstörten Städte beheizbare Betonverschalungen und Frischluftheizgeräte zur Bautrocknung, die auch zum Beheizen von Hallen, Zelten und Stallungen eingesetzt werden. Die Zahl der Beschäftigten wächst bis 1948 auf wieder 141. Unternehmer und Mitarbeiter rücken in diesen Jahren noch enger zusammen; so werden in der Fabrik zu Weihnachten Spielzeuge für die Kinder der Beschäftigten hergestellt und bei Firmenfesten und gemeinsamen Ausflügen die Verbundenheit untereinander weiter gestärkt. Auch sein privates Glück findet Alfred Kärcher in dieser Zeit: 1949 heiratet er Irene Herzog, die ihn in allen Belangen tatkräftig unterstützt.


1950

Seine bedeutendste Erfindung bringt Alfred Kärcher im Jahre 1950 auf den Markt: Mit dem KW 350, später DS 350, dem ersten europäischen Heißwasser-Hochdruckreiniger, legt er den Grundstein für den Aufstieg der Firma zum weltweit führenden Anbieter von Reinigungsgeräten.


1951-1959

Jetzt werden vor allem Heißwasser-Hochdruckreiniger gefertigt und insbesondere Dampferzeuger wie der DE 25-25. Für dieses Gerät gibt es in der schnell wachsenden Industrie und im Baugewerbe viele Einsatzmöglichkeiten: Mit ihm kann man im Winterbau Kies erwärmen, Betonfertigteile härten, Ziegelsteine trocknen oder Tankbehälter innen reinigen. Zum Produktprogramm gehören auch stationäre Anlagen, die zum Beispiel in der Textilindustrie genutzt werden, um Kleidungsstücke in Form zu bringen.



Deutsche Industrie-Messe Hannover, 1959

1959

Die kräftezehrende Arbeit fordert ihren Tribut: Nach einem Herzinfarkt an seinem Arbeitsplatz stirbt Alfred Kärcher am 17. September 1959 viel zu früh im Alter von 58 Jahren.
Bis zum Tode Alfred Kärchers 1959 wird der Dampferzeuger Kernprodukt des Unternehmens bleiben, das in diesem Jahr mit 256 Mitarbeitern einen Umsatz von 6,6 Millionen DM erzielt.
Seine Frau Irene Kärcher führt sein Lebenswerk bis zu ihrem Tod im Jahr 1989 fort.